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Klinik

Innerhalb von zehn Jahren ist die Anzahl der Patientinnen und Patienten, die wegen akuter Alkoholvergiftung stationär in einer Klinik behandelt wurden, um 46,5 Prozent zurückgegangen. Das berichtet das Statistische Bundesamt in einer aktuellen Pressemitteilung. 2023 wurden etwa 62.300 Personen wegen Alkoholmissbrauch in der Klinik behandelt, so das Statistische Bundesamt. Im siebten Jahr in Folge seien damit die Fallzahlen gesunken.

Die Daten zu Krankenhausbehandlungen basieren auf der Krankenhausstatistik. Zu beachten ist hierbei, dass Mehrfachzählungen auftreten können, falls die Personen mehrmals in einem Jahr aufgrund der gleichen Hauptdiagnose stationär behandelt wurde. Der aktuellen Auswertung liegt „F10.0 - Psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol - Akute Intoxikation (akuter Rausch)“ (ICD-10) zugrunde, so das Bundesamt.

Häufigste Fälle von Alkoholmissbrauch bei Jugendlichen

Auch bei Jugendlichen im Alter von 15 bis 19 ging die Zahl der Behandlungsfälle im Zehn-Jahresvergleich zurück, um 60,9 Prozent. Trotzdem traten in dieser Altersgruppe die meisten stationären Behandlungsfälle von akutem Alkoholmissbrauch auf. 196,5 Fälle je 100.000 Einwohnern wurden hier verzeichnet. In der Altersgruppe der 40- bis 44-Jährigen, die die zweitmeisten Behandlungsfälle verzeichnete, gab es 116,3 Fälle je 100.000 Einwohner.

Geschlechterunterschiede beim Rauschtrinken

In fast allen Altersgruppen war der Anteil der Jungen und Männer, die wegen Alkoholmissbrauch stationär behandelt wurden, größer als der der Mädchen und Frauen. So wurden in 68,8 Prozent aller Fälle Jungen und Männer wegen akutem Alkoholmissbrauch stationär behandelt. Besonders groß war der Männeranteil in der Altersgruppe der 40- bis 44-Jährigen, mit 73,9 Prozent. Nur bei den 10- bis 14-Jährigen betrug der Anteil der Jungen nur 34,3 Prozent und war damit geringer als der Anteil der Mädchen.